EISENBAHN

Klein Richie an der Riedbahn 1961

Die Eisenbahn begleitet mich eigentlich mein ganzes Leben lang und faszinierte mich schon als kleines Kind. 
Unvergessen sind die Spaziergänge mit meinem Vater oder meinem lieben Bruder durch den heimischen Griesheimer Stadtwald hin zur
Riedbahn, die von Darmstadt über Griesheim und Wolfskehlen nach Goddelau-Erfelden verlief und wo es in den 1960er Jahren immer viel Interessantes zu sehen gab. Über diese zweigleisige Hauptbahn wurde ein Großteil des Güterverkehrs aus dem Raum Aschaffenburg/Hanau in Richtung Mannheim/Ludwigshafen abgefahren. Die Baureihenvielfalt war zu Mitte der 60er Jahre sehr groß, so dass das "Zügegucken" ("trainspotting" auf gut Neudeutsch) eigentlich nie langweilig werden wollte.
Wie oft saßen mein Bruder und ich auf den Resten einer Binnendüne, die von der Bahnlinie durchschnitten worden war, und rätselten zu welcher Baureihe das noch ferne Arbeitsgeräusch wohl gehören könnte.
Überhaupt verdanke ich meinem Bruder viel: Sei es die Liebe zur Natur, zur Musik oder eben zur Eisenbahn!

Da mein Vater kein Auto besaß (oder besitzen wollte), war die Bahn natürlich unser Verkehrsmittel Nr. 1, egal ob es in den Urlaub ging oder nur zum Wandern oder Schwammerlsuchen in den Odenwald.

In den Sommerferien hieß das Reiseziel meistens Österreich, wo ein Großteil der Verwandtschaft lebte; in der Regel aber war das Ziel die schöne Stadt Hallein, wo wir -welch ein Zufall- just in dem Hause logierten, in dem der geniale Eisenbahningenieur Moriz Gelinek geboren wurde. 
Die Liebe zu den Bahnen der ehem. K.u.K.-Monarchie nahm wahrscheinlich da ihren Anfang.


Eines der wenigen Eisenbahnbilder meines Vaters an der Riedbahn. Der Personenzug mit einer Lok der Baureihe 65 hat gerade die Brücke der B26 (heute A67) unterquert und strebt dem Bahnhof Griesheim entgegen. Vor dem Telegrafenmast steht meine Wenigkeit im Winter 1962/1963.
An der -damals- neuen Brücke der B26 (heute A67) knattert die dreiteilige VT98-Garnitur in Richtung Westen. Am rechten Bildrand erkennt man das Wohnhaus des Postens 79. Rechts im Bild wieder der Verfasser im Herbst 1961.
Eine sehr gute Dokumentation über den Posten 79 und die Riedbahn findet man auf Walter Kuhls Website.
Auch in den hinteren Teil des Odenwaldes führten unsere Ausflüge. Ende der 1960er Jahre entstand am Bahnhof Fahrenbach das Bild vom Odenwaldzügle in Richtung Mosbach. (Aufn. Hans-Georg Sliwinski)