Österreich im Herbst 1987


So kamen die Bilder aus der Entwicklung.

Die große Kavalkade ...

... und meine Pentax spinnt!

Die Überraschung und der Frust waren groß als ich nach dem Kurzurlaub in Wien die Filme von der Entwicklung abholte:

Alle Aufnahmen der großen Fahrzeug-Kavalkade und eine große Anzahl weiterer Freiluftaufnahmen waren entweder total über- oder unterbelichtet, teilweise dazu noch verwackelt und unscharf, wie im Bild links zu sehen ist.

Anscheinend war die Elektronik meiner Pentax ME defekt und dadurch mit den Lichtverhältnissen im Freien überfordert; in Innenräumen gelangen noch einigermaßen brauchbare Aufnahmen, aber auch mit mehr oder weniger leichtem Hang zur Über- bzw. Unterbelichtung.
Nach einer Durchsicht und Reparatur beim Fachhändler war die Kamera wieder in Ordnung, aber die Kavalkade nicht wiederholbar.
So musste ich wohl oder übel wieder die "Nano Banana 2"-KI bemühen um die Aufnahmen zu retten.

Wem das nicht gefällt, muss sich die Bilder ja nicht anschauen!


„150 Jahre Eisenbahn in Österreich“ 

Die große Fahrzeug-Kavalkade am 6.9.1987 in Strasshof


Im Spätsommer 1987 fanden auf dem Gelände des Verschiebebahnhofs Strasshof Fahrzeugparaden (= "Kavalkaden") anläßlich des 150. Jahrestages der Eröffnung der Strecke Wien - Deutsch Wagram statt. 

Alle damals betriebsfähigen Dampflokomotiven Österreichs und einige Lokomotiven aus den angrenzenden Nachbarländern nahmen an diesen Paraden teil. Außerdem waren etliche betriebsfähige elektrische und Dieseltriebfahrzeuge zu bewundern.

Die Fahrzeuge für die Kavalkaden wurden während dieser Zeit im Heizhaus Strasshof stationiert und unterhalten.

Zur Geschichte und zum Bau der ersten österreichischen Dampfeisenbahn siehe hier und hier.

Das Wetter an diesem Samstag war trüb mit sich rasch wechselnden Lichtverhältnissen und teilweise drückend schwül!


Der Tag danach

Am 7.9.1987 fast alleine im Heizhaus Strasshof


Nach der Veranstaltung am Samstag machte ich mich -nicht ganz alleine- auf den Weg zur nahegelegenen Schnellbahnstation "Silberwald" und musste leider die ganze Fahrt über bis zum Nordbahnhof/Praterstern stehen und war auch aufgrund der olfaktorischen Belastung (es hat schon arg "g´schwoaßelt") ziemlich fertig und freute mich auf eine warme Dusche und eine Flasche Gösser bei Onkel Rudi und Tante Mizzi, die ganz in der Nähe vom Praterstern in der Vivariumstraße wohnten.

Ein ausgiebiger Spaziergang nach dem Abendessen im nahegelegenen Prater und ein letztes "Gute-Nacht-Bier" in einem der Schanigärtl (Biergarten/Gastgarten) verlieh mir die nötige Bettschwere und ich bekam dann nicht mehr viel von den am Haus vorüberhuschenden Schnellbahnzügen mit.

Nachdem ich am Sonntag recht früh aufgewacht war, beschloß ich nochmals nach Strasshof zu fahren um mich in aller Ruhe im Heizhaus umschauen zu können. Der Weg zum Bahnhof Wien-Nord (heute wieder Praterstern) reichte gerade eben für den "Morgen-Tschik" (Tschik=Zigarette) und schon saß ich wieder in der S1 Richtung Gänserndorf.
Diesmal war die Fahrt im 4030er wesentlich angenehmer, da es heute weniger schwül und angenehm frisch war und zudem sehr wenige Fahrgäste den Zug benutzten.

Im Heizhaus angekommen, war ich fast ganz alleine und konnte mich ungehindert von Barrieren oder Menschenmassen frei durch das Gelände und die große Lokhalle bewegen.
Die Dampfloks, die tags zuvor an der Kavalkade beteiligt waren, erweckten dabei den Eindruck großer schlafender Tiere, da sie immer noch warm waren und ab und zu sich noch ein Ventil oder eine Pumpe regte, gerade so als ob sie atmen würden.
Der Geruch von warmem Eisen, Dampf und Kohle war einmalig und erinnerte mich irgendwie an das Odeur früherer Waschküchen. 

Die Kamerausbeute war wieder sehr wechselhaft, was ich aber damals nicht ahnen konnte; trotzdem sind ein paar ganz nette Motive heraus gekommen.


Goldener Oktober im Ennstal

Der Oktober 1987 zeigte sich zur Monatsmitte noch einmal von seiner besten Seite und bescherte dem Ostalpenraum prächtigstes Hochdruckwetter.
Das wollte ich natürlich noch für ein paar Bergtouren ausnutzen und nach Möglichkeit noch einmal nach den Ellok-Veteranen der Zugförderungsstelle Selzthal schauen. Die Kamera war ja zwischenzeitlich repariert worden und wieder voll einsatzbereit.

Die Ausbeute für zwei oder drei Stunden Trainspotting fiel zufriedenstellend aus und so konnte ich den Rest der Woche dann in etwas höher gelegenen Gefilden verbringen.