Österreich 1988
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Mühl- und Waldviertel im September 1988
Was macht man, wenn man sonntags früh um halb Fünf aufwacht und partout nicht mehr einschlafen kann? Ich jedenfalls fasste kurzerhand den Entschluss einen Ausflug ins Waldviertel zu machen. Na klar, 350 Kilometer hin und 350 Kilometer zurück an einem Tag: Das macht Sinn! 
Also dann Montag früh zurück, denn ich hatte ja frei und eine Unterkunft wird sich schon finden lassen und notfalls bietet der gute Kadett Caravan genügend Schlafplatz. Um viertel nach Fünf war ich auf der Piste, frisch geduscht und mit einem schnellen Frühstück im Bauch! Auf den Autobahnen war nichts los und so war ich schneller als erwartet an der Summerauer Bahn, auf der sonntags ein Güterzug mit einer 1080 der Zfl. Attnang-Puchheim Richtung Linz fahren sollte. Diese Leistung diente wohl zum Tausch der Verschubloks in Summerau, so stand es jedenfalls im Lok-Report zu lesen. Und ich hatte Glück, denn der morgendliche Dunst hatte sich gerade ein wenig gehoben als ein leicht jaulendes und malmendes Fahrgeräusch das Näherkommen einer 1080 ankündigte.
In Gmünd kam ich gerade noch rechtzeitig an, als der Zug nach Groß Gerungs zusammengestellt wurde. Mein Erstaunen war groß, als ich die Wagenschlange sah, die im Schmalspurteil des Bahnhofs bereitstand. Als Zuglok fungierte die 2095.14 und zu meiner Freude, setzte sich, wenn auch regelwidrig, die 399.05 als Vorspann an die Zugspitze. Es entstanden ein paar zeigenswerte Aufnahmen bei sehr wechselhaften Licht- und Wetterverhältnissen, österreichisch Kanada eben!
Zum Schluss des Tages machte ich noch einen Abstecher nach Summerau, da mich interessierte welche Lok im Tausch in den Grenzbahnhof gekommen war. Bei sehr widrigen Lichtverhältnissen machte ich noch ein paar Aufnahmen und flüchtete mich vor dem einsetzenden Regen in mein Auto. Irgendwie hatte ich keine Lust mir jetzt noch eine Unterkunft zu suchen und fühlte mich auch noch fit genug um die Heimreise nach Freising anzutreten. Todmüde kam ich zuhause an, gönnte mir eine letzte Huber-Weisse vor dem Schlafen und wachte Montagmorgen gegen 11 Uhr auf.
So etwas Verrücktes würde ich heute nie mehr machen!
Ennstal im Oktober 1988
Im Oktober war ich zu Gast bei Freunden in Wagrain im Pongau, die dort einen schönen alten Bauernhof gemietet hatten, um zusammen ein paar schöne Bergtouren zu unternehmen. In diesem Bauernhof war ich öfters zu Gast gewesen und habe dort während meines Studiums in der Ruhe und Abgeschiedenheit der Berge gut und konzentriert für Klausuren lernen können. Auch große Teile meiner Diplom-Arbeit habe ich dort oben geschrieben. Nach zwei schönen und sonnigen Tagen fing es an zu regnen und ich beschloß daraufhin noch einmal den 1245er Einsatz rund um Kleinreifling und Weyer zu dokumentieren, so weit es das Wetter zuließ. Ich konnte feststellen, dass zwei Loks im Planeinsatz waren (1245.07 und 1245.509) und die Umläufe auch einigermaßen eingehalten wurden.
Als das Wetter noch schlechter wurde und das Licht im ohnehin schon düsteren Ennstal keine vernünftigen Aufnahmen mehr zuließ, besuchte ich das Denkmal für die ehemalige Waldbahn Reichraming. Mittlerweile ist ein sehenswerter Film über die Waldbahn im Filmarchiv Austria verfügbar, der recht gut die interessante und auch gefährliche Arbeit bei der Waldbahn zeigt.
Am nächsten Tag schien wieder die Sonne über dem Pongau, wie die zwei letzten Bilder beweisen. So schnell kann sich das Wetter in den Bergen ändern!
